Aktivkohle in Lebensmitteln- (k)eine gute Idee?

06.07.2017 - Mitteilung

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Aktivkohle

Aktivkohle wird bei der Lebensmittelherstellung, als Bestandteil von Kosmetikprodukten oder als Medikament gegen Durchfall und bei Vergiftungen schon länger eingesetzt. Neuerdings werden auch Smoothies oder Nahrungsergänzungsmittel mit Aktivkohle angeboten, die aber ernste Nebenwirkungen haben können.

In der Lebensmittelindustrie wird Pflanzenkohle, auch als Aktivkohle bezeichnet, als Filtrationshilfsmittel z.B. bei der Herstellung von Getränken oder in geringen Mengen als Farbstoff E 153 eingesetzt. Auch einige Kosmetika enthalten Aktivkohle. Im Medizinbereich wird Aktivkohle zur Therapie bei Durchfällen und schweren Vergiftungen verwendet und darf in Apotheken und Drogerien nur nach einer Beratung durch eine Fachperson abgegeben werden.

Neuerdings werden Smoothies, Kaffeegetränke oder Nahrungsergänzungsmittel angeboten, die dank der zugesetzten Aktivkohle schädliche Stoffe im Darm binden und so zur «Entgiftung» beitragen sollen. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten, denn Aktivkohle unterscheidet nicht zwischen «erwünschten» und «unerwünschten» Stoffen: durch die Einnahme von Aktivkohle kann die Wirkung von gewissen Medikamenten wie z.B. der Anti-Babypille beeinträchtigt werden.  Weiter ist auch bekannt, dass Aktivkohle Vitamine binden kann.

Wird Aktivkohle in einem Lebensmittel als Farbstoff E 153 eingesetzt, müssen die dafür geltenden Vorgaben gemäss der Zusatzstoffverordnung eingehalten werden. In Frucht- oder Gemüsesäften, wozu auch die meisten Smoothies zählen, oder in Kaffeegetränken dürfen keine Farbstoffe eingesetzt werden. Zudem ist zu beachten, dass für Lebensmittel keine Heilanpreisungen gemacht werden dürfen.

Wer sich privat einen Smoothie mit Aktivkohle mixen möchte, sollte dies aufgrund der möglichen Nebenwirkungen nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker tun. Weitere Informationen zu Aktivkohle finden Sie auf der Internetseite von ToxInfo Suisse.

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